Reconnaissance
Interview Mag

 
 

Addi Jacobi
Lokalhistoriker, Moderator und Chemnitzer Legende

 
"Ich wollte nie weg von hier"
 
Über Chemnitz und Chemnitzer Köpfe, Geschichte und Gegenwart, Interviews mit den DEFA-Stars Manfred Krug und Armin Müller-Stahl und die Eiszeit in Chemnitz

 

Addi Jacobi (Jahrgang 1936) ist kein Chemnitzer Original, sondern der Chemnitzer Lokalsachverständige schlechthin. Das Elternhaus stand auf dem Grundstück Äußere Johannisstraße 8, es wurde nie wieder aufgebaut. Sein geliebter Rodelberg ist noch heute vor der Kirche zu erkennen. Den zerstörerischen Abendangriff auf Chemnitz im März 1945 überlebte er am Stadtrand in Harthau auf dem Richterberg. Die Tragödie, dass seine nach wie vor geliebte Chemnitzer Innenstadt durch Bomben und sozialistische Nachkriegsgestaltung radikal verändert wurde, hat ihn bis heute geprägt. Getauft in der Jakobi-Kirche. Wenn er "meine Heimatstadt" sagt, ist man berührt. Seine Erinnerungen sind ein Kompendium zu Geschichten über Chemnitz und Chemnitzer, niemand kann ihm hier das Wasser reichen. Hier im Platner Hof wurde er Jugendfunktionär der IG Chemie in seinem Betrieb, hier moderierte er Sportlerbälle der BSG Chemnitz. Hier musizierte zum Tanz das Simon-Franz-Quintett. Es gab überwiegend Bockwurst und Kappler Extra. Hier probte und sang der Lehrlingschor der Fettchemie unter Helmut Schulze, bald schon Republikssieger der Lehrlingschöre. Jacobi war überall dabei. Auch wenn im Sonnenschein das Betriebsorchester unter Kapellmeister Härtel musizierte: Friedenssommer.

Nach der Lehre und ersten Arbeitsstellen - etwa in der Karl-Marx-Städter Stadtverwaltung unter Oberbürgermeister Kurt Berthel mit dem damaligen Stationen der Journalistik-Ausbildung - schloss er 1969 ein Journalistik-Fachschulfernstudium ab. Er war fünf Jahre Leiter der Pressestelle des Rates der Stadt in Karl-Marx-Stadt, dann folgte ab 1971 die Tätigkeit in der Bezirksfilmdirektion, deren Öffentlichkeitsarbeit bis zur Betriebsschließung im Jahr 1990 er in universeller Weise betreute. Stets schrieb er über Film und sein Lebensthema Chemnitz. Es folgte eine Zeit beim Chemnitzer Tageblatt, danach war er rastloser freier Publizist bis heute. Addi Jacobis Text- und Veranstaltungsreihe Chemnitzer Köpfe ist längst eine Legende, er hat das Chemnitzer Totengedenken zum Volkstrauertag begründet und den Tisch der Heimat- und Denkmalpfleger hält er mit seinen Erinnerungen ideell zusammen. Addi Jacobi privat: zwei Töchter, vier Enkel, verwitwet.

Wir treffen uns auf seinen speziellen Wunsch hin im Platner Hof in Kappel, warum, das werden wir ihn gleich als Starter fragen. Zwei Frauen in Tracht schenken uns im Vorübergehen ein "Grüß Gott". Was ist hier los? Oh, nebenan tagt im Saal eine Abordnung der Egerländer Landsmannschaft. Eine hiesige Frau stellt sich neben uns und fragt, ob der Herr neben mir Addi Jacobi sei. Er sei es leibhaftig, meinen wir. Daraufhin holt sie ihren Vater an den Tisch, man kennt sich aus den 50er Jahren, ein Wiedersehen mit feuchten Augen. Die Frau erzählt noch schnell, dass sie hier im Platner Hof zum Jugendtanz das erste Mal betrunken war und die ersten Küsse unter der Spiegelkugel seien da auch noch gewesen... Sehr schön.

"Platner Hof?! Hier probten wir im Jugendchor mit Helmut Schulze, wurden Republiksieger und fuhren nach Bayern auf Konzerttournee. Einladung durch die Bayrische Friedensunion, bis zum Ammernsee und Bad Tölz. Überall Konzerte und Gespräche. Deutsche an einem Tisch: Hoffnung war immer. Aber es dauerte, bis ich mal wieder am Walchenseekraftwerk sein konnte", erinnert sich Addi Jacobi gleich zu Beginn.

Der Platner Hof: ein Mischinterieur mit dunklen Holzverkleidungen, Raumtrennern und historisierenden Stühlen, an der Decke hängen beste DDR-Zweiwegeboxen K 23 profiL und die wunderbaren verchromten Lampengestellen mit den Kugelverbindern, die man vom Palast der Republik kennt, die Gaststätte ist eine Wohngebietslegende.

Wir haben für den Sonnabendnachmittag eine Stunde eingeplant, am Ende sind es dann ihrer vier. Zwischendurch machen wir auch ein paar schöne Witze, über das Leben und seine Endlichkeit, wissend, dass alles schnell vorbei sein kann, über die Dinge und die Personen, die ihre Zeit hatten und die man nicht vergessen sollte.

Addi Jacobi ist Urchemnitzer, gegenüber sitzt ihm ein Karl-Marx-Städter, wir können also offen reden. Also, warum sitzen wir jetzt im Platner Hof?

Ich hatte hier meine Aufnahmeprüfung für die Ausbildung als Industriekaufmann im VEB Fettchemie und Fewa-Werke Chemnitz. Dabei habe ich meine spätere Frau Kriemhild das erste Mal gesehen. Wir sind uns erst ein Jahrzehnt später ernsthaft über den Weg gelaufen - beim Florian-Geyer-Ensemble, die Töchter heißen Manuela und Leonore. In der Werbeabteilung der Fettchemie habe ich dann Industriekaufmann gelernt, gleich nebenan im Verwaltungsbau, ein schönes Haus, 1936 /1937 erbaut, mit Paternoster, wunderbar. Man war dann öfters hier um die Ecke.
Das Fewa-Haus ist jetzt auch eine der vielen Treuhand-Ruinen. Im heute leerstehenden Verwaltungsbau residierte der Chemnitzer Ableger der Treuhand, deren verheerendes Treiben Ostdeutschland bis heute geprägt hat.

Seit 1951 sind Sie journalistisch tätig. Erster Text?

Eine Rubrik in der Betriebszeitung "Fewa-Echo".

Welches Thema? Ein Text für meine Rubrik: Lesen Sie, was Chronikus Ihnen heute sagen muss.
Es folgt die Vorgeschichte der Vorgeschichte: Wir müssen ihn bremsen…

Also: Ältestes Haus in Chemnitz?

Oh, das ist schwierig. Klostervorwerk und Relikte im alten Stadtzentrum mit dem Roten Turm. Im Haus Hartmannstraße 7 ist wohl ein Detail aus dem 12. Jahrhundert vermauert.

Schönstes Gebäude des Bauhaus-Stils in Chemnitz?

Beim Bauhaus in Chemnitz handelt es sich um Spätinterpretationen aus der Nachbauhauszeit. Bis heute stattliche Vorzeigebauwerke sind das Kaufhaus Schocken von Erich Mendelsohn und das Stadtbad von Fred Otto. Ich will keinem Gebäude den Vorzug geben, aber auch die Gestalt des heutigen Gunzenhauser-Museums gehört in diesen Kreis.

Schönstes Haus in Chemnitz?

Alle zerstörten. Sonst würde ich Details vorziehen. Mit das Edelste ist das Judith-Lucretia-Portal im Alten Rathaus und das Latein-Schultor im Neuen Rathaus.

Stilistisch schlimmster Neubau nach der Wende ist?

Der Baumassen- und Stilmischmasch rund um den Marktplatz.

Stadt der Moderne ist an sich ein akzeptabler Werbespruch für Chemnitz, aber die Werbekampagne dazuwar eine Katastrophe. Dieser Spruch soll von Dauer sein, aber nicht im engen Begriff des Kunsthistorischen, sondern im positiven Sinne stetiger wirtschaftlicher, kultureller und gesellschaftlicher Veränderungen. In diesem Sinne ist Chemnitz eine ständige Herausforderung durch Nachfrager.

Peter Seifert hat den Chemnitzern als OB nach grausamen Jahren des wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Niedergangs ihre Würde zurückgegeben. Stimmen Sie zu?

Peter Seifert saß zur rechten Zeit in einem der Stellvertreter-Zimmer im Rathaus. Mit ihm konnte man Pferde stehlen und Verabredungen treffen, die noch heute für die Stadt prägend sind.

Die Reihe Chemnitzer Köpfe zur Ehrenrettung der Chemnitzer ist ein ähnlicher Versuch gewesen, ein höchst erfolgreicher. Wie kam es dazu?

Als das Bundeskartellamt Frühjahr 1991 entschied, unser Chemnitzer Tageblatt zu schließen - dort war ich gern Redakteur und hatte es auch schon auf 200 Folgen der Monatsrubrik Unser Kinobrief gebracht - lernten wir Redakteure Arbeitsamtflure kennen. Bald gab es dieses neue Magazin Stadtstreicher, und ich wollte mir die Leute, die das machen, mal ansehen. Die saßen dort biertrinkend auf der Terrasse im Gastrostern. Wir unterhielten uns, ließ mir noch den monatlichen Redaktionsschluss sagen, und ich war dabei. Was andere machen, mache ich nicht machen, das war meine Devise.
Seit Juni 1992 erscheint jeden Monat ein Chemnitzer im Stadtstreicher. Erster Kopf war der Publizist Peter von Zahn.

Es zeigte sich, dass aus Chemnitz allein genauso viele schlaue Köpfe kamen wie aus Dresden und Leipzig zusammen…

So habe ich das nie gezählt. Aber ich sage etwas nach Brechts Kinderlied: Und nicht über und nicht unter anderen Städten wollen wir sein.

Warum ist es als Chemnitzer nicht erstrebenswert, nach Dresden oder Leipzig zu ziehen?

Nun, das Urbane ist in Leipzig in anderer Weise als in Dresden. Aber Chemnitz ist charaktervoll als Industriemetropole, durch seine Mischung, die es vielleicht andernorts so nicht gibt. Und die Mischung ist entscheidend.

Jeden echten Chemnitzer nervt das Kleinbürgerliche und das Pseudobarockgetue der Dresdner und die Prahlerei der Leipziger. Geht Ihnen das auch so?

Schwierig. Man muss seinen eigenen Stil pflegen. Wie sagt der Bayer: "Mir san mir."

 

 

Addi Jacobi, Platner Hof in Chemnitz-Kappel, März 2012. Fotos (2): Kreißig
 
 

Die Benediktiner-Mönche als Gründer von Chemnitz waren klug, als sie den Schlossberg als geographisches Domizil wählten?

Übersicht hat immer etwas Vorteilhaftes.

Stimmt es, dass der Schlossteich der Karpfenteich der Mönche war?

Der Überlieferung zufolge verzehrten Mönche auch sehr gern Fisch. Es könnte so gewesen sein.

Der Eiszeithang ist wirklich in der Eiszeit bis an den Schlossteich herangeschoben wurden?

Gemeint ist eher, dass auf dem Park rechts der Hechlerstraße ein Hochbunker stand, in dem aus dem Schlossteich im Winter herausgesägte Eisblöcke gelagert wurden.

Also die Ausläufer der Eiszeit gingen nicht bis Chemnitz.

Oh, vermutlich doch. Da gibt es ein Denkmal im Stadtpark: Südgrenze des skandinavischen Inlandeises im Quartär. Die Eiszeit kam wohl auch nach Chemnitz.

Der Beutenberg in Hilbersdorf ist wohl ein Nebenschlot eines großen Vulkans gewesen. Wann war der letzte Ausbruch?

Leider war ich nicht dabei.

Zweithöchster Berg der Stadt?

Oh, diese Zahl ist mir auf Anhieb nicht so geläufig. Welcher ist es denn?

Angeblich der Galgenberg im Stadtteil Euba mit 471 Metern. Wo genau beginnt das Erzgebirge an der Südgrenze der Stadt?

Interessiert Sie das wirklich?

Angeblich am Breitenlehn in Adelsberg. Bitte die fünf bedeutendsten Chemnitzer der zurückliegenden 800 Jahre? Sie haben freie Namenswahl.

Carlowitz von Rabenstein, Agricola sollte immer dabei sein, aus besonderer Zuneigung der Journalist und Dichter Max Kegel, von den Künstlern gewiss Karl Schmidt-Rottluff und Pfarrer Matthias Wild. Auch Peter von Zahn und Lothar-Günther Buchheim gehören in diese Spitzengruppe und der Verleger Walter Janka.

Es wissen die wenigsten Chemnitzer, dass die Ursprünge der Stadt eine slawische Gründung sind?

Ja, das stimmt wohl. Der Name deutet darauf hin.

Richtig, dass Chemnitz vor 1000 Jahren nahezu vollständig mit Wald bedeckt war?

Es hieß damals wohl Miriquidi, der Dunkelwald. Es könnte so gewesen sein.

Sie waren ein Programmpunkt in den Mittwochabenden in der Galerie Oben, in Karl-Marx-Stadt, eine Legende, die zunehmend verblasst. Addi Jacobi stellte Filmplakate vor. Welche Erinnerungen daran?

Es hieß genau "Filmplakatdiskussion". Man sprach über die Filme und über das Plakat, aber im Grunde haben wir die ganze Zeit nur über uns gesprochen. Das war wohl das Geheimnis. Es gab in gut fünf Jahren neun Abende mit Berliner Spitzengrafikern.
Aber der Freundeskreis hatte viele Reihen im Neruda-Club, darunter "Ein Filmquartal unter der Lupe".

Jacobis drei Lieblingsfilme?

Einer flog übers Kuckucksnest. Ich war neunzehn. Solo Sunny. Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss.
Nebenan geht jetzt die Musik der Egerländer los. Das klingt lustig. Es singt der ehemalige Chemnitzer Bundestagsabgeordnete Rudolf Meinl in Mundart. Unglaublich.

Unsere Entscheidungsfragen: Manfred Krug oder Armin Müller-Stahl?

Ich habe zu DDR-Zeiten beide für die Freie Presse interviewt; die Interviews wären wohl heute noch zu lesen. Ich traf Müller-Stahl in seinem Haus am Müggelseedamm und Krug in seinem Haus an der Wilhelm-Wolff-Straße in Pankow. Und Manfred Krug war ja mehrmals zu den Sommerfilmtagen auf der Küchwald-Freilichtbühne, wo ich stets moderierte. Beide Künstler waren angenehm. Ich habe an beide beste persönliche Erinnerungen. Also beide.

Angelica Domröse oder Renate Blume?

Oh, das ist aber lustig: Ich kenne beide persönlich aus diesen Interviews für die Freie Presse. Renate Blume in ihrer Wohnung am damaligen Leninplatz. Gojko Mitic, ihr Lebenspartner zu diesem Zeitpunkt, kam im Bademantel herein und zog sich für die Dauer des Interviews wieder diskret zurück. Angelica Domröse erreichte ich pünktlich in Pankow. Ihr damaliger Ehemann Jirí Vršt'ala, vielen bekannt als Clown Ferdinand, ließ mich herein. "Sie schläft, sie ruht", sagte er leise. So trafen wir uns dann in der Kantine im Deutschen Theater, dort saß dann auch ein Eberhard Esche, das war sehr schön. Also wieder beide.

Frank Beyer oder Konrad Wolf?

Ich habe beide auch zum Interview getroffen. An Konrad Wolf habe ich starke Erinnerungen, bei den TU-Studenten in Karl-Marx-Stadt zu Mama, ich lebe und in seiner Wohnung in Berlin auf der Karl-Liebknecht-Straße erklärte er mir damals die Bauabsichten bis zum Palast der Republik. In diesem Fall wohl doch Konrad Wolf.
Es folgt eine große, ausholende Geschichte. Draußen scheint die Frühlingssonne. Wie lange soll das heute gehen?

Gibt es das Chemnitzer Sonnenloch, das angeblich überdurchschnittlich Sonnenstunden mit Spitzenwerten in Sachsen bescheren soll?

Davon habe ich noch nicht gehört.

Die Umbenennung in Karl-Marx-Stadt war das Schlimmste, was Ulbricht der Stadt antun konnte?

Ich habe nach der Wende im Ratskeller eine Veranstaltung gemacht, die hieß "Die Heimkehr des alten Stadtnamens". Da kamen viele persönliche Erinnerungen wieder hoch.

Einer über 800 Jahre alte Gründung gibt man keinen neuen Namen, das macht man einfach nicht.

Diktaturen haben ihre eigenen Gepflogenheiten und Rechtsansprüche. Das Staatsvolk der DDR brauchte seine Zeit, sich daran zu orientieren und diese schließlich zum Teufel zu schicken.

Das Chemnitzer Stadtwappen ist gelungen und fast schon cool. Warum wurde es komischerweise zu DDR-Zeiten mehr verwendet als heute?

Der Slogan Stadt der Moderne hat den Gebrauch der historischen Heraldik überlagert. Lassen wir beide leben.

Aber es ist schön.

Man sieht die Meißnischen Löwen und die Landsberger Pfähle. Die schönsten Ausführungen sind der Schlussstein im Ratssaal und jene im Zugang zum Ratskeller als Keramik.

Chemnitz wurde als Reichsstadt von Ludwig IV. an die sächsischen Fürsten verpfändet und nie wieder eingelöst. Schon im Mittelalter ging es offenbar nicht mit rechten Dingen zu.

Ich will bei solcher spezieller Historik nicht mitreden. Aber etwas muss festgehalten werden: Ich wollte nie weg von hier.

Es hat wohl niemand offensiver, qualitätsvoller und ununterbrochen für Chemnitz geworben wie Sie. Gab es mal irgendeinen offiziellen Dank dafür?

Ich kann mich nicht beklagen: Der Eintrag im Goldenen Buch der Stadt, die Einladung zu Bundespräsident Horst Köhler zum "Tag des Ehrenamts", was will man mehr. Und es gibt noch eine Bronze-Büste von Volker Beier, die sich im Bestand des Schlossberg-Museums befindet. Ich bin mir da nicht sicher, wie ich da aussehe. Meine Frau hatte die Arbeit hinter meinem Rücken autorisiert: "Ja, so wird er manchmal neben mir wach." Und die schönste Wertschätzung ist, wenn mich jemand auf der Straße anspricht, dass ich über dieses oder über jenen was schreiben soll.

Warum ist der Rote Turm in Chemnitz faktisch immer verschlossen? Die meisten Chemnitzer waren im Übrigen noch nie drin.

Die Wiederbegehbarkeit des Roten Turms liegt mir außerordentlich am Herzen. Der heutige Zustand ist zum Weinen. Da erwarte ich von der Stadt etwas. Ich war selbst auch nie drin.

Wer hat eigentlich einen Schlüssel?

Das Schlossberg-Museum hat wohl einen.

 

Die Renaissance in Chemnitz: das Judith-Lucretia-Portal im Alten Rathaus.
 
 

Gibt es so etwas wie den Chemnitzer Holzkopf, der durch seine Bildung und Ausbildung letztlich damit zum Erfolg kommt?

Im Sinne von Holz als Holz des Lebens gibt es den wohl. Doch diese Kategorisierung ist mir eher fremd.

Was wollte Addi Jacobi schon immer mal gern den Machern der Stadt sagen?

Bleibt stark und unduldsam beim Bewahren der schlichten Ideale der Wendezeit von 89 / 90.

Eine Autobiographie war für Sie nie ein Thema?

Das wurde ich oft gefragt. "Ja, das mache ich, wenn ich mal alt bin", antwortete ich dann. Aber ehrlich gesagt bin ich der Typ für die kürzeren Texte, nicht für die Bücher.

Was macht Addi Jacobi jetzt?

Ich schreibe, denke an Film und unerledigte Arbeiten, gehe am Stock und denke über mein Leben nach.

Interview: Uwe Kreißig

 
 
 
 

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